Am Abend des 02.10.2025 wurde das neue Versorgungsfahrzeug der Mannschaft offiziell vorgestellt. Erwartungsgemäß war das Interesse groß, an die 50 Mitglieder waren bei der Präsentation, die gleichzeitig als Grundeinschulung galt, anwesend.

Warum es ein neues Versorgungsfahrzeug brauchte, warum es einen Stern hat, und wofür es künftig eingesetzt werden soll, geht aus nachfolgendem Interview hervor, das mit Kommandantstellvertreter ABI Michael Schinko als Leiter der „Arbeitsgruppe LAST“ im Vorfeld geführt worden war:

R (Redakteur): Warum hat man sich in der FF Guntramsdorf für die Anschaffung eines neuen Versorgungsfahrzeuges entschieden?
S (Schinko): Die letzte Überprüfung beim alten „Last“ zeigte einen trotz regelmäßiger Wartung übermäßigen Instandhaltungsbedarf, der bei einem seit 2003(!) im Einsatz stehenden Fahrzeug nicht mehr wirtschaftlich und gerechtfertigt war.
R: Weshalb hat sich die FF Guntramsdorf gerade für diese Marke bzw. dieses Modell entschieden?
S: Wir haben intensiv überlegt, welche Einsatzszenarien wir mit diesem Fahrzeug abdecken wollen. Und wir haben uns bei benachbarten Feuerwehren umgesehen. Daraus resultierte unser Pflichtenheft und die Ausschreibung, die letztlich die Firma Pappas für sich entschieden hat.
R: Ist das Fahrzeug mit Allrad ausgestattet und wenn ja, warum?
S: Ja, das Fahrzeug verfügt über einen Allradantrieb. Warum? Auch in der Ebene haben wir es nicht selten mit Verhältnissen zu tun, wo ohne Allrad im wahrsten Sinne des Wortes „Ende Gelände“ ist. Da denke ich noch gar nicht an Wintereinsätze Richtung Eichkogel oder Anninger.
Hinzu kommt noch: Der „Last“ (= Funkrufname, Anm.) ist auch Bestandteil des KHD (Katastrophenhilfsdienst, Anm.), da muss man speziell außerorts für schwieriges Terrain gerüstet sein.
R: Warum hat man sich für einen Verbrenner (in diesem Fall Diesel) anstatt für ein E-Auto entschieden? Immerhin sind die Fahrtstrecken überschaubar!
S: Stimmt, die Strecken, die wir üblicherweise zurücklegen, wären elektrisch darstellbar, aber: Wir wissen meist nicht, wie lange ein Einsatz dauert, und wieviel Energie aufgewendet werden muss. Eine Ladestation ist selten in der Nähe, insbesondere bei Einsätzen im Rahmen des vorhin erwähnten KHD.
R: Wozu dient überhaupt ein Versorgungsfahrzeug in der Feuerwehr?
S: In erster Linie dient es dazu, benötigtes Material, das wir nicht in den anderen Fahrzeugen mitführen können, zur Einsatzstelle zu bringen, beispielsweise Sandsäcke, Ölbindemittel oder Pölzmaterial. Mit ihm können auch selbstständig gewisse Einsätze abgearbeitet werden, wie etwa Auspumparbeiten oder Beseitigen einer Ölspur. Dafür haben wir ein Containersystem entwickelt, um rasch mit der erforderlichen Ausrüstung am Einsatzort sein zu können.
R: Stichwort Containersystem: Was erwartet man sich davon?
S: Im Feuerwehrhaus stehen mehrere Container, die für unterschiedliche Einsatzarten befüllt sind: Sturm, Hochwasser, Ölspur etc. Je nach Anforderung wird ein oder werden mehrere Container im „Last“ mitgeführt. Das ist eine enorme Zeitersparnis.
R: Letzte Frage, die sicher Viele interessiert: Wie wurde das neue Fahrzeug finanziert?
S: 50% zahlt im Rahmen ihrer Verpflichtung unsere Gemeinde, die zweite Hälfte wird von der Feuerwehr selbst gestemmt, finanziert durch Spenden der Bevölkerung und von Firmen bzw. Einnahmen aus laut der Tarifordnung verrechenbaren Einsätzen.

Nachtrag:
Am Dienstag, dem 30.09.2025, wurde das neue Versorgungsfahrzeug in die FF Guntramsdorf geliefert. Bei der Übergabe waren neben Bürgermeister Robert Weber Vertreter des Fahrzeuglieferanten Firma Pappas und des Fahrzeugaufbauers Firma Jürgen Höflers sowie die Verantwortlichen der Feuerwehr vertreten.

/ps