Derartige Batterien bzw. Akkus sind in unserem Alltag praktisch überall vorhanden: in Smartphones, E-Bikes, Scootern, Digitalkameras, Laptops, Werkzeugen, im Modellbau, in E-Rollstühlen, Navigationsgeräten, Messgeräten etc. Gerade deswegen sollte man sich bewusst sein, dass diese kleinen Energiespeicher bei unsachgemäßer Handhabung oder wegen (von außen nicht erkennbaren) Beschädigungen, plötzlich von selbst zu brennen beginnen, und unter Umständen sogar explodieren können! Dabei entsteht auf Grund der Inhaltsstoffe dichter, extrem gesundheitsschädlicher Rauch, den man auf keinen Fall einatmen sollte.
Auch wenn viele meinen, dass solche Brandereignisse nicht allzu häufig vorkommen, sind bereits genügend derartige Fälle dokumentiert. Ist man sich aber der Gefahren einmal bewusst, dann kann man diese durch Beachtung einiger Verhaltensmaßnahmen deutlich minimieren.
Ursachen für Batteriebrände bzw. Explosion sind:
- Fehlerhafte Handhabung, wie z. B., Tiefentladung, Überladung, falsche Lagerung.
- Mechanische Beschädigungen, wie z.B. durch Schlag, Sturz, Quetschen, etc.
- Elektrische Fehler, wie z.B. innerer Kurzschluss bei fehlerhafter Fertigung Umpolung, etc.
- Innere Überhitzung, Wärmestrahlung von außen, etc.
Hier einige Tipps, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden:
Beim Kauf
- Achten Sie auf Original-Zubehör, wie Ladegerät, Kabel und Stecker!
- Sparen Sie nicht beim Ladegerät! Verwenden Sie ausschließlich vom Hersteller zugelassene und empfohlene Ladesysteme.
- Lithium-Batterien mit dem Ladegerät sind als Gesamtsystem zu betrachten.
Im Betrieb
- Beim Betreiben der Geräte (Handy, Laptop, Tablet etc.) darf die Kühlung bzw. die Wärmeabgabe nicht behindert werden.
- Smartphones, Tablets etc. nicht längerfristig im Bett bzw. auf Textilien benützen.
- Hohe Umgebungstemperatur (z. B. im Fahrzeug, in der prallen Sonne) vermeiden.
- Beschädigungen, mechanische Belastung (z. B. zu Boden fallen) vermeiden. Achtung: Eine innere mechanische Beschädigung ist nicht erkennbar und deswegen können derart beschädigte Akkus ohne Vorwarnung spontan zu brennen beginnen !!!
Beim Laden
- Nicht Tiefentladen.
- Nicht Überladen.
- Für ausreichende Luftzufuhr sorgen und keine Abdeckung verwenden.
- Überhitzung vermeiden.
- Achten Sie beim Ladevorgang unbedingt auf eine nicht brennbare Unterlage!
- Der Ladevorgang sollte möglichst weit entfernt von brennbaren Gegenständen stattfinden. Idealerweise befindet sich ein Rauchmelder im Raum.
- Laden sie die Batterien nach Möglichkeit nicht während ihrer Abwesenheit. Einen Entstehungsbrand bemerken sie nur, wenn Sie zu Hause sind!
- Wird der Akku aus einer kalten Garage geholt, lassen Sie ihn zuerst bei Zimmertemperatur aufwärmen.
- Beim ersten Wiederaufladen (nach langer Lagerung) empfiehlt es sich, in der Nähe zu bleiben und immer wieder zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.
Lagerung
- Wenn Lithium-Ionen-Akkus länger nicht genutzt werden (also z. B. beim E-Bike in der Winterpause) entfernen Sie den Akku vom Gerät.
- Lagern sie den Akku separat an einem gut gelüfteten, kühlen, aber nicht eiskalten Ort, ohne Sonneneinstrahlung. Am besten, wenn er halbvoll (30 bis 60 %) geladen ist. >>> Ist der Akku zu leer, besteht bei längerer Lagerung die Gefahr einer Tiefentladung – auch das erhöht beim Wiederaufladen die Brandgefahr!
- Die Lagerung soll keineswegs vor Heizkörpern erfolgen.
- Die optimale und sicherste Lagerung wäre natürlich in einem Sicherheitsschrank ohne Mischlagerung mit anderen Gegenständen.
Geeignete Löschmittel
Akkuzellen (Handys, Laptops, E-Bikes etc.) befinden sich üblicherweise in Kunstoffgehäusen, sodass im Falle eines Brandes das Löschmittel den eigentlichen Brandherd überhaupt nicht erreicht. Somit können brennende Lithium-Ionen-Akkus lediglich gekühlt werden! Um einen brennenden Akku wirksam zu kühlen sind daher Pulver- und Schaumlöscher aber auch gewöhnliche Nasslöscher nicht geeignet, da mit diesen keine ausreichende Kühlwirkung zu erzielen ist!
Die für Brände von Lithium-Ionen-Akkus geeigneten Löscher sind an sich Nasslöscher, die einen speziellen Löschmittelzusatz enthalten, der um das Brandobjekt einen kühlenden „Film“ bildet. Die beste Kühlwirkung erzielt man jedoch durch vollständiges Eintauchen des Akkus in Wasser!
Was tun, wenn ein Akku brennt?
- Die eigene Sicherheit hat immer Vorrang!!! Daher: Bei intensiver Rauchentwicklung oder Gasfreisetzung sofort den Raum verlassen. Einatmen der Dämpfe unbedingt vermeiden!
- Achtung: Der Brand kann sich so rasant entwickeln, dass brennende Teile weggeschleudert werden! Besonders bei Batterien mit Kunststoffgehäuse besteht Gefahr durch Splitterwirkung!
- Das Abdecken mit einer Löschdecke kann eventuell helfen, eine weitere Brandausbreitung zu verhindern.
- Wenn möglich in der Nähe befindliche brennbare Materialien entfernen.
- Eine brennende Lithium-Akku-Zelle zu löschen, ist nahezu unmöglich. Nur wirklich kleine, überschaubare Brände (z. B. Fotoapparat, Handy) kann man mit reichlich Wasser löschen (z. B. in einem unbrennbaren Behälter, wie z. B. Blechkübel, vollständig in Wasser eintauchen). Wenn möglich sollte man dabei einen entsprechenden Sicherheitsabstand halten!
- Größere Brände sind mit den in einem Haushalt üblicherweise vorhandenen Mitteln kaum zu löschen.
Nur die Feuerwehr verfügt über Atemschutz und die notwendige Schutzbekleidung und kann ausreichend Löschwasser aus einem entsprechenden Sicherheitsabstand aufbringen!
Aktualisiert: 15.03.2026/RoMo