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Einsatzbericht 30.10.2021 - UPDATE Waldbrandeinsatz in Hirschwang a.d. Rax (30.10.2021)

Am Samstag, 30.10.2021, unterstützen drei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Guntramsdorf - Andreas Sporer, Christoph Grossberger und Georg Gangoly - die Bemühungen um den Waldbrand im Rax-Schneeberg-Gebiet.


Ein Erfahrungsbericht:

Treffpunkt: Samstag, 4.45 Uhr im Feuerwehrhaus Guntramsdorf.
Nachdem die nötigste Verpflegung sowie persönliche Schutzausrüstung zusammengepackt wurde, ging es zum Treffpunkt ins Feuerwehrhaus Gumpoldskirchen. Nach einer kurzen Einsatzbesprechung rückten wir gemeinsam mit den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Gumpoldskirchen nach Weikersdorf/Steinfelde ab. Dort befand sich unser Sammelplatz für den Katastrophenhilfsdienst „Zug Süd“, der zur bodengebundenen Waldbrandbekämpfung eingesetzt wird. Nach einem Lage-Update verließ der Konvoi aus 16 Fahrzeugen Weikersdorf noch vor Sonnenaufgang in Richtung Waldbrand im Katastrophengebiet Hirschwang an der Rax.

Als sich der Konvoi dem Schneeberg durch Gloggnitz nähert, können wir auf der gesamten Ostflanke des Berges hell brennende Glutnester in der Nacht erkennen.
Bei Sonnenaufgang, nach dem Frühstück in der Versorgungsstelle, werden die Rauchwolken erst sichtbar und das Ausmaß des Brandes, der sich über die Nacht weiter in Richtung Tal ausgebreitet hat, deutlich erkennbar.

Nach einer einsatztaktischen Besprechung des Zugs, inklusive eindringlicher Warnung vor Steinschlag im Einsatzgebiet, wurde das Gerät verteilt: Schläuche, Strahlrohre, kleine Pumpen, genannt „Otter“, Schanz- und Grabwerkzeuge sowie Löschrucksäcke. Und dann ging es den Berg hinauf.

Das gesamte Material musste per Hand bis zur Verteidigungslinie geschafft werden. Die Verteidigungslinie, das war eine Schneise auf dem Haaberg, einem Grat an der Ostflanke des Schneebergs, die von Mitarbeitern der Wiener Forstbetriebe in den Wald geschlagen wurde, um die ca. 100 Meter darunter liegende Ortschaft Reichenau zu schützen.

Als wir dort ankamen, befand sich das Bodenfeuer nur mehr wenige Meter von der Schneise entfernt. Früher eingetroffene Trupps mit Löschrucksäcken haben bereits versucht, mit bereit gelegten Löschleitungen den ankommenden Brand zu bekämpfen. Nach Eintreffen an der gefährdeten Schneise wurde die Pumpe des Typs „Otter“ in Betrieb gesetzt, und als das Feuer nur mehr einen Meter vom Standort der Pumpe entfernt brannte, wurde die Wasserversorgung bereitgestellt. Durch diese zusätzlichen Löschmittel konnte die Linie gehalten werden, und es wurde damit begonnen den Brand - in einem mühsamen und höhenmeter-reichen Kampf- den Berg hinaufzutreiben.

Nur wenige Minuten nach dem anfänglichen Kampf um die Verteidigungslinie:
Ein großer Felsen hatte sich im Gebiet über uns gelöst - entweder durch die Wasserabwürfe der Helikopter oder durch Wärmesprengungen auf Grund des Brandes – auf jeden Fall war ein Felsen, so groß wie ein Kinderwagen auf dem Weg ins Tal.

„Steinschlag! Stein, STEIN!“ schallte es über den gesamten Bergrücken, auch über Funk erfolgt die Warnung: „Steinschlag im Gebiet Zug Süd 15, Haaberg!“ Trupps laufen auseinander, alle Blicke sind in den Hang gerichtet - alle Löschmaßnahmen stehen auf einmal still.

Wie ein Pinball prallt der große Felsen zwischen den Bäumen hin und her, schlägt 30 Meter über den obersten Löschtrupps ein und bleibt auf einmal, vollkommen unvorhersehbar liegen. Im Laufe des Tages ereigneten sich immer wieder kleinere Steinschläge, aber dieser gefährliche Moment gleich zu Beginn des Einsatzes hat uns eindrucksvoll die Gefahren des Einsatzgebiets klargemacht.

An diesem Tag gelang es uns, die Anzahl der Glutnester am Boden um ein Drittel zu reduzieren. Der Brand wurde effektiv cirka 200 m den Berg hinauf gelöscht.

Nach 9 Stunden im Einsatz am Berg kam der Befehl den Bereich zu verlassen und sich in eine sichere Zone am Fuß des Bergs zu begeben.
Der Grund: Die italienische Feuerwehr hatte aufgrund eines Hilfe-Ansuchens über europäische Kanäle zwei Löschflugzeuge des Typs „Canadair“ geschickt, die sich nun im Anflug befanden.

Nach diesem, letzten erschöpfenden Abstieg des Tages konnten wir die zwei Lösch-Flugzeuge bei ihrem ersten Einsatz in Österreich, beim Abwurf von jeweils 7000 l Wasser genau auf den Hang, an dem wir gearbeitete hatten, beobachten.

Nach 12 Stunden im Einsatz machten wir uns mit den Kameraden der Feuerwehr Gumpoldskirchen auf den Heimweg.



/gg